Kultur

KulturWenn Außenstehende über die thailändische Kultur sprechen, beziehen sie sich auf einen Komplex von Verhaltensarten, die in der Geschichte der thailändischen Wanderung durch Südost-Asien begründet liegt.

Zu den vielen Mitgliedern der gemeinsamen Wurzeln zählen z.B. der laotische Nachbar, die Shan im nordöstlichen Myanmar und die zahlreichen Stämme, die auf der Strecke von Dien-Bien-Phu, Vietnam bis Assam, Indien gefunden werden. Praktisch gesehen wurde jede ethnische Gruppe in Thailand, ob Thaiabstammung oder nicht, mehr oder weniger an den Thai-Mainstream angepasst. Die thailändische Gesellschaft kann man als `Modernisiert', bzw. 'Verwestlicht' ansehen.So werden heute Hosen anstatt eines phaakhamaa (Wickelrock) getragen. Solche Anpassungen stellen nicht zwingenderweise einen kulturellen Verlust dar. Ekawit Na Talang, ein Gelehrter der thailändischen Kultur und Oberhaupt der Nationalen-Kultur-Kommission, definiert Kultur als ein 'System von Gedanken und Verhalten einer besonderen Gesellschaft - etwas das dynamisch und nie statisch ist'. Talang und andere Welt-Kultur-Fachleute stimmen damit über ein, dass es paradox ist zu versuchen, eine Kultur vor ausländischen Einflüssen zu schützen, da Kulturen nicht in einem Vakuum existieren können. Kultur entwickelt sich natürlicherweise durch Einflüsse von Außen. Aus dieser Perspektive gesehen, ist der Versuch eine reine Kultur zu erhalten, wie die Züchtung einer reinrassigen Hunderasse. Es führt unweigerlich zu einer Schwächung der Spezies. Talang sagt: 'All das, was veraltet ist, wird von den Menschen verworfen, was im Leben eine relevante Rolle hat, werden die Menschen erhalten und es zu einem Teil ihrer Kultur machen'. Die Thailänder selbst haben kein Wort, das dem Begriff 'Kultur' entspricht. Am nächsten kommt ihm 'watanatham', was die schönen Künste und Zeremonien beinhaltet. Wenn Sie Thailänder bitten, ihre Kultur zu definieren, werden sie oft über Architektur, Nahrung, Tanz, Feste u. dergleichen reden. Religion - zweifelsfrei ein großer Einfluss auf die Kultur, wie man im westlichen Sinn meint - wird mehr oder weniger separat von 'watanatham' betrachtet. Trotzdem gibt es gewisse Aspekte der thailändischen Gesellschaft, die jeder als thailändisches Kulturmerkzeichen ansieht.

Sanuk

Das thailändische Wort Sanuk bedeutet soviel wie Spaß. In Thailand sollte alles was man tut, dazu zählt auch die Arbeit, ein Element von Sanuk haben, ansonsten wird es automatisch zur Plackerei. Dies heißt nicht, dass Thailänder nicht arbeiten wollen oder sich anstrengen wollen, sie neigen nur dazu, sich Aufgaben mit einem Sinn für Ausgelassenheit zu nähern. Das Gegenteil von Sanuk ist 'mai-sanuk' 'kein Spaß'. Setzen Sie sich neben ein Reisfeld und beobachten die Arbeiter die Reis pflanzen, oder ernten. Dass es harte Arbeit ist, ist offensichtlich, aber die Leute vermischen sie mit viel Sanuk - Liebeleien zwischen den Geschlechtern, Singen, Witzen. Das Gleiche passiert in einem Büro, einer Bank, oder einer anderen Schreibtischarbeit, zumindestens wenn im Büro die Thail&aumlnder in der Mehrzahl sind. Das berühmte thailändische Lächeln kommt zum Teil aus diesem Verlangen, Sanuk zu produzieren.

Gesicht

Thailänder glauben stark an den Begriff 'das Gesicht bewahren', was bedeutet, Konfrontationen zu umgehen und sich darum zu bemühen sich oder andere Leute nicht in Verlegenheit zu bringen (außer wenn es 'Sanuk' ist, so zu tun). Die ideale Art und Weise, das Gesicht zu wahren ist in einem Gespräch keine negativen Themen anzuschneiden. Nimmt man im Leben eines Anderen den Ausdruck von Stress wahr, wird man kaum irgendetwas dazu sagen, außer wenn sich diese Person von selber beklagt oder um Hilfe bittet. Das Lachen bei kleineren Unfällen, wie zum Beispiel wenn jemand stolpert und stürzt, erscheint gefühllos für Außenseiter, aber es ist ein Versuch das Gesicht der gefallenen Person zu bewahren. Dies ist eine andere Quelle des thailändischen Lächelns: das bestmögliche Gesicht zu fast jeder Situation zu machen.

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