Thailand

Das Gebiet zwischen dem 6. und dem 20. nördlichen Breitengrad, das heute unter dem Namen "Thailand" bekannt ist, ist schon seit dem Altertum von hochentwickelten Zivilisationen bewohnt. Die früheste Besiedlung lässt sich für das 5. Jahrhundert v. Chr. nachweisen. Es handelt sich dabei um die Ban Chiang Kultur.
Vom 6. Jahrhundert an besiedelten die Mon das Menam Delta in den Zentralen Ebenen und den Norden von Thailand. Sie brachten viele indische Einflüsse, vor allem den Buddhismus und die Sprache Sanskrit nach Thailand.
Der sogenannte Dvaravati-Stil in der thailändischen Kunst ist nach der Hauptstadt der Mon im Menam-Delta benannt.

Während des 11. Jahrhunderts wurde das Menam-Delta von den Khmer besetzt, die bereits in Kambodscha ein sehr mächtiges Königreich errichtet hatten. Die Khmer führten im Menam-Delta ein stark militärisches und zentralisiertes Regierungssystem ein und Lopburi, einige Kilometer nördlich von Bangkok, wurde die Residenz ihrer Stadthalter.
Die Thailänder wanderten erst während des 9. und des 10. Jahrhunderts aus dem südlichen China ein und gründeten zunächst nur kleine Siedlungen. Zum Beginn des 13. Jahrhunderts gelang es ihnen schrittweise, sich von der Herrschaft der Khmer zu befreien.
Das erste wirkliche thailändische Königreich war die berühmte Stadt Sukothai in den Zentralen Ebenen, die sozusagen zur Wiege der Original thailändischen Kultur wurde. Sowohl das thailändische Alphabet, als auch auch die thailändische Schrift wurden in der Sukothai-Periode entwickelt, ebenso wie neue Kunststile. Sukothai behauptete seine Vormachtstellung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurde es dann mehr und mehr von dem neuen Königreich von Ayuthaya in den Schatten gestellt. Ayuthaya wurde bald eine der reichsten und mächtigsten Städte seiner Zeit. Der Königshof von Ayuthaya war stark von den Werten der Khmer-Kultur beeinflusst und hielt sich bis zum Jahre 1767. In diesem Jahr kam es zu einer verheerenden Invasion der Burmesen, die Ayuthaya überrannten und zerstörten. Auch von Ayuthaya sind nur noch Ruinen übrig - Bangkok (oder Krung Thep (Stadt der Engel), wie es richtig heißt) wurde zur neuen Hauptstadt von Thailand. Die Überreste der thailändischen Armee sammelten sich nach dem Fall von Ayuthaya in Thonburi direkt in der Nähe des heutigen Bangkok und begannen einen Krieg gegen die Khmer und die mittlerweile ebenfalls eingedrungenen Lao und Vietnamesen, der, unter dem Befehl von General Chakri, letztendlich erfolgreich war. General Chakri bestieg den Thron und wurde zum Gründer der Chakri-Dynastie, die bis heute besteht. General Chakris Name als König war Rama I und alle seine Nachfolger sind, neben ihren persönlichen Namen, als Rama II, Rama III, usw. bekannt. Der im Westen bekannteste Chakri-König ist sicherlich König Mongkut (Rama IV, 1851 - 1868). Er reformierte das Gesetzeswesen und begann eine vorsichtige Modernisierung Thailands.
Sein Sohn und unmittelbarer Nachfolger war König Chulalongkorn (Rama V, 1868 - 1900), einer der bemerkenswertesten und erfolgreichsten Herrscher seiner Zeit. Er setzte den von seinem Vater eingeschlagenen Reformkurs fort und öffnete sein Land den positiven Aspekten der europäischen Zivilisation. Gleichzeitig aber gelang es ihm, durch geschickte diplomatische Manöver seinem Land die Souveränität zu erhalten und es vor der europäischen Kolonisation zu bewahren.
Die absolute Monarchie wurde erst in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts abgeschafft. 1939 wurde der Name des Landes abgeändert und das frühere Siam ist heute als Thailand ("Land der Freien") bekannt.
Seit 1932 ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie, es besteht aber immer noch eine sehr starke Bindung zwischen der Bevölkerung und dem König und der königlichen Familie, die aufrichtig verehrt werden.

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